Der Wechsel zu einem anderen Hosting klingt beängstigend, aber mit etwas Planung schaffen Sie die Migration ohne Ausfall und Datenverlust. Der Schlüssel liegt in der Reihenfolge der Schritte und darin, die neue Website zu testen, bevor Sie den Traffic darauf umleiten. Der häufigste Grund für einen Umzug ist ein höherer Verlängerungspreis oder Unzufriedenheit mit der Leistung — und keines davon ist ein Grund, die Migration zu fürchten.
Vorbereitung und Backup
Bevor Sie etwas umziehen, erstellen Sie ein vollständiges Backup — sowohl die Website-Dateien als auch die Datenbank. Notieren Sie außerdem eine Liste der E-Mail-Postfächer und DNS-Einträge, damit Sie nichts vergessen. Diese Vorbereitung erspart Ihnen später Stunden der Sucherei. Wenn Sie Backups noch nicht im Griff haben, lesen Sie den Artikel Wie oft eine Website sichern — die Fähigkeit, eine Website aus einem Backup wiederherzustellen, ist genau das, was Sie bei der Migration nutzen.
Datenübertragung und Test
Laden Sie die Dateien und die Datenbank auf das neue Hosting und testen Sie die Website noch vor der DNS-Umstellung — entweder über eine temporäre Domain oder durch Bearbeiten der hosts-Datei auf Ihrem Computer. Prüfen Sie, ob Formulare, Login und Links funktionieren. Diese Phase ist die wichtigste: Solange Sie das DNS nicht umgestellt haben, gehen die Besucher weiter auf den alten Server, und Sie haben Zeit, alles in Ruhe zu justieren.
Senken Sie die TTL im Voraus
Senken Sie am Tag vor der Migration die TTL der DNS-Einträge auf wenige Minuten. Die Änderung verbreitet sich nach der Umstellung dann schneller, und das Zeitfenster, in dem ein Teil der Besucher noch auf dem alten Server landet, ist minimal.
Umstellung und Kontrolle
Stellen Sie nach dem Test das DNS auf den neuen Server um. Lassen Sie das alte Hosting noch ein paar Tage laufen, bis sich die Änderung überall verbreitet hat. Prüfen Sie zum Schluss die Indexierung in Suchmaschinen und die Funktion der E-Mails, damit die Migration weder SEO noch Zustellung beeinträchtigt.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden
Die meisten Probleme bei einer Migration entstehen nicht durch technische Komplexität, sondern durch Unaufmerksamkeit. Am häufigsten wird die E-Mail vergessen — man achtet auf die Website, übersieht aber die Mail und ihre DNS-Einträge (MX), und plötzlich kommen keine Nachrichten mehr an. Der zweite Klassiker ist, das alte Hosting zu früh zu löschen, bevor sich die DNS-Änderung überall verbreitet hat; lassen Sie es mindestens ein paar Tage laufen. Und drittens lohnt es sich zu prüfen, dass PHP- und Datenbankversion auf dem neuen Server passen — eine auf neuerem PHP gebaute Website startet auf einer älteren Version womöglich nicht.
Vergessen Sie SEO nicht
Wenn Sie bei der Migration die Seitenadressen nicht ändern, bemerken Suchmaschinen den Serverwechsel kaum. Dennoch lohnt es sich, nach der Umstellung zu prüfen, dass die Website korrekt indexiert ist und nirgends ein „Robots blockieren" aus der Testphase übrig ist — ein versehentlich belassenes „Indexierung verbieten" kann die Website aus den Suchergebnissen werfen. Eine kurze Kontrolle nach der Migration erspart Ihnen diese unangenehme Überraschung.
Eine andere Situation entsteht, wenn Sie bei der Migration zugleich die Seitenadressen oder die Domain ändern. Dann müssen Sie Weiterleitungen (301) von den alten auf die neuen Adressen einrichten, damit ihr Wert für Suchmaschinen übergeht und Besucher nicht auf Fehlerseiten stoßen. Ohne Weiterleitungen verlören Sie die über Jahre aufgebauten Positionen in der Suche. Wenn Sie zugleich den Domain-Registrar wechseln, lesen Sie auch den Artikel Domain zu einem anderen Registrar umziehen.
Hosting-Migration vs Domain-Umzug
Eine Website-Migration und ein Domain-Umzug sind zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Bei der Migration ziehen Sie Website und Mail auf einen neuen Server um (das DNS ändert sich), beim Domain-Umzug ändern Sie nur den Registrar, bei dem die Domain geführt wird. Sie können nur eines von beidem tun oder beides zugleich. Wie der Domain-Umzug selbst ohne Ausfall gelingt, beschreiben wir im Artikel Domain zu einem anderen Registrar umziehen, und was das neue Hosting kostet, errechnen Sie aus Was kostet eine Website pro Jahr.
Wenn Sie beide Begriffe trennen, verliert die Migration den Großteil ihres Schreckens. Es ist kein großer riskanter Schritt, sondern eine Reihe kleiner, kontrollierbarer: Backup, Übertragung, Test, TTL senken, Umstellung und Kontrolle. Jeden davon können Sie in Ruhe prüfen und erst dann weitermachen. Genau deshalb schafft auch ein normaler Nutzer den Umzug einer Website, solange er nicht hetzt und sich an die Reihenfolge der Schritte hält.