Shared Hosting ist ein toller Start — günstig, sorgenfrei und für die meisten Websites völlig ausreichend. Es hat aber eine Obergrenze, und die zeigt sich selten als hartes Limit. Eher wird die Website allmählich langsamer und Sie fragen sich, ob das Hosting schuld ist oder etwas anderes. Klären wir, wann es Zeit für einen VPS ist — und wann ein Umstieg unnötig wäre.
Warum es keine genaue Besucherzahl gibt
„Wie viel Traffic verträgt Shared Hosting" hat keine einzelne Antwort, denn es kommt nicht nur auf die Zahl der Menschen an, sondern darauf, was sie auf der Website tun. Tausend Leser eines statischen Blogs belasten den Server ganz anders als tausend Menschen in der Kasse eines Shops. Entscheidend ist gleichzeitiger Traffic und Seitenschwere, nicht die Monatssumme.
Auch wie die Website gebaut ist, spielt eine Rolle. Ein leichtes Theme mit gutem Cache bewältigt auf demselben Hosting ein Vielfaches dessen, was eine schwere Website voller Plugins und nicht gecachter Abfragen schafft. Bevor Sie also stärkeres Hosting ins Auge fassen, hilft es oft mehr, die Website zu optimieren.
Ein grober Anhaltspunkt
Ein gut optimierter Blog oder eine Präsentation auf anständigem Shared Hosting bewältigt in der Regel problemlos Zehntausende Besuche pro Monat. Eine dynamische Website oder ein kleinerer Shop stößt früher an die Grenze — irgendwo zwischen 30.000 und 100.000 Besuchen, je nach Schwere. Nehmen Sie das aber wirklich nur als Richtbereich, nicht als Garantie.
Wie Shared Hosting die Leistung begrenzt
Beim Shared Hosting teilen Sie den Server mit Dutzenden bis Hunderten anderer Websites, und der Anbieter achtet darauf, dass keine einzelne mehr nimmt, als ihr zusteht. Daher gibt es Limits für CPU-Zeit, Speicher und die Zahl gleichzeitiger Prozesse. Überschreiten Sie sie, stürzt die Website nicht gleich ab — sie reiht sich eher in eine Warteschlange ein und wird langsamer oder beginnt Fehler zurückzugeben. Genau diese Limits, nicht die Gesamtbesucherzahl, sind die echte Grenze.
Signale, dass Sie an die Grenze stoßen
- Die Website wird in Spitzenzeiten langsamer, außerhalb läuft sie flott.
- Die WordPress-Administration ist schon bei normaler Arbeit träge.
- Gelegentlich erscheint ein „503"-Fehler oder eine Meldung über erschöpfte Ressourcen.
- Der Anbieter warnt Sie vor dem Überschreiten von CPU- oder Speicherlimits.
- Sie brauchen Software oder eine Konfiguration, die der Shared-Tarif nicht erlaubt.
Wenn sich eines dieser Signale zu wiederholen beginnt, ist das ein ernsteres Indiz als jede Traffic-Zahl. Ein einzelner Ausreißer bei einem viralen Artikel bedeutet noch nichts; regelmäßige Verlangsamungen in Spitzenzeiten schon. Es hilft, ein einfaches Uptime- und Antwortzeit-Monitoring auf der Website zu haben — dann urteilen Sie nach Daten, nicht nach Gefühl.
Ein Zwischenschritt: ein leistungsstärkerer Shared-Tarif
Der Umstieg auf einen VPS ist nicht die einzige Möglichkeit. Viele Anbieter bieten leistungsstärkere Shared- oder „Cloud"-Tarife mit höheren Limits und dedizierten Ressourcen. Sie lösen Verlangsamungen oft für einen Bruchteil des Aufwands, den eine Migration auf einen VPS und dessen Verwaltung kosten würde. Erst wenn auch ein leistungsstärkerer Shared-Tarif nicht reicht, kommt der virtuelle Server an die Reihe.
Wann noch warten und wann wechseln
Wenn die Website flott läuft und Sie an keine Limits stoßen, macht es keinen Sinn, „zur Sicherheit" auf einen VPS umzusteigen — Sie bürden sich nur Verwaltungssorgen auf. Den Unterschied der beiden Lösungen und was ein VPS umfasst, behandeln wir im Artikel Shared Hosting vs VPS. Wenn Sie sich für einen VPS entscheiden, hilft die RAM-Tabelle bei der Speicherwahl. Preislich beginnen VPS bei rund 6 € pro Monat, nur einen Schritt über besseren Shared-Tarifen.