Eine Domain zu einem anderen Registrar umzuziehen sieht riskant aus — Sie fürchten, dass die Website dabei ausfällt oder die E-Mails ausbleiben. Bei der richtigen Reihenfolge der Schritte muss aber nichts dergleichen passieren. Entscheidend ist, den Transfer der Domain-Registrierung von der DNS-Einrichtung zu trennen, wo Website und E-Mail tatsächlich laufen.

Was eigentlich umzieht

Wichtig ist, zwei Dinge zu unterscheiden. Ein Domain-Transfer ändert nur, bei wem die Domain registriert ist und wem Sie sie bezahlen. Wohin die Domain zeigt — also auf welche Website und Mail — bestimmen die DNS-Einträge. Wenn Sie das DNS unverändert lassen, werden weder Website noch E-Mail durch den Transfer der Registrierung berührt.

Das ist die häufigste Quelle unnötiger Angst: Menschen denken, ein Domain-Transfer ziehe automatisch auch die Website um. Tut er nicht. Website und Mail laufen dort, wohin das DNS zeigt — und das bleibt, bis Sie es selbst ändern. Sie können also problemlos nur die Domain-Registrierung zu einem günstigeren Registrar umziehen und Website und Mail genau dort lassen, wo sie heute sind.

Warum eine Domain überhaupt umziehen

Die Gründe sind meist mehrere: ein besserer Verlängerungspreis, die Bündelung von Domain und Hosting bei einem Anbieter, besserer Support oder Unzufriedenheit mit dem aktuellen Registrar. Was auch immer der Grund ist, der Umzug selbst ist Routine — wenn Sie die Reihenfolge der Schritte unten einhalten, läuft er im Hintergrund und weder Besucher noch Kunden bemerken etwas.

Vorbereitung vor dem Transfer

Einige Dinge sollten Sie erledigen, noch bevor Sie den Transfer überhaupt starten:

  • Entsperren Sie die Domain beim aktuellen Registrar (der sogenannte Registrar-Lock).
  • Fordern Sie den Auth-Code an (Auth-Info / EPP-Code) — er dient als Passwort für den Transfer.
  • Prüfen Sie die Kontakt-E-Mail der Domain, oft geht die Transfer-Bestätigung dorthin.
  • Transferieren Sie nicht kurz vor Ablauf — lassen Sie einen Puffer von mindestens ein paar Wochen.

Bei manchen Endungen läuft der Transfer zwischen Registraren etwas anders als bei internationalen Domains wie .com, aber das Prinzip mit Auth-Code und Bestätigung bleibt gleich.

Vorsicht bei DNS und Mail

Bevor Sie den Transfer starten, notieren Sie alle aktuellen DNS-Einträge (A, MX, CNAME, TXT). Wenn der neue Registrar die Domain auf sein Standard-DNS umstellt, müssen Sie diese Einträge erneut setzen — sonst würden Website oder Mail nicht mehr funktionieren. Am sichersten ist es, identisches DNS beim neuen Verwalter noch vor Abschluss des Transfers einzurichten, damit die Domain nach dem Umzug nahtlos anschließt.

Senken Sie die TTL im Voraus

Wenn Sie bei der Gelegenheit auch ändern, wohin die Domain zeigt, senken Sie am Tag zuvor die TTL der DNS-Einträge auf wenige Minuten. Die Änderung verbreitet sich nach der Umstellung dann schneller, und das Zeitfenster, in dem ein Teil der Besucher noch auf dem alten Server landet, ist minimal. Dieser Schritt ist auch bei der Migration einer Website zu einem anderen Anbieter gemeinsam, wo er eine ebenso wichtige Rolle spielt.

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Ablauf und Abschluss

Nach Eingabe des Auth-Codes beim neuen Registrar startet der Transfer. Bei Endungen wie .com kann die Freigabe ein paar Tage dauern, andere sind schneller. Die ganze Zeit funktioniert die Domain weiter. Nach Abschluss prüfen Sie, dass Website und E-Mails laufen, kontrollieren die Gültigkeit der Domain (ein Transfer verlängert sie meist um ein Jahr) und dass die Kontaktdaten beim neuen Registrar stimmen. Wenn Sie bei der Gelegenheit auch das Hosting wechseln, rechnen Sie die neuen Preise in Ihr Jahresbudget ein, gemäß Was kostet eine Website pro Jahr.

Häufige Fehler, die Sie vermeiden

Die meisten Probleme beim Umzug entstehen nicht aus Komplexität, sondern aus kleiner Unaufmerksamkeit. Am häufigsten ist, den Transfer auf die letzte Minute vor Ablauf zu lassen — zieht sich die Freigabe hin, riskieren Sie, dass die Domain inzwischen abläuft. Der zweite Klassiker ist, die Mail zu vergessen: Man achtet auf die Website, übersieht aber die MX-Einträge, und plötzlich kommen keine E-Mails mehr an. Und drittens lohnt es sich, die Domain auf sich selbst registriert zu haben, nicht auf eine Agentur oder einen früheren Verwalter — sonst holen Sie den Transfer umständlich über einen Dritten nach. Achten Sie auf diese drei Dinge, und der Umzug ist eine Sache von ein paar Klicks und etwas Warten.