Wenn Sie fragen, was eine Website kostet, ist Hosting nur ein Posten von mehreren. Viele Kosten sind wiederkehrend, manche verstecken sich in Verlängerungspreisen, und von anderen erfahren Sie erst, wenn Sie sie brauchen. Stellen wir ein realistisches Jahresbudget zusammen, damit nichts Sie überrascht — und vor allem, damit Sie den echten und nicht nur den Einführungspreis berechnen können.

Einmalige versus wiederkehrende Kosten

Die Kosten einer Website teilen sich in zwei Gruppen. Einmalige geben Sie am Anfang aus — Design, Grafik, die erste Einrichtung. Wiederkehrende zahlen Sie jedes Jahr neu, und genau diese entscheiden, was die Website langfristig kostet. Bei der Entscheidung schauen Menschen vor allem auf die einmaligen, aber langfristig schmerzen die wiederkehrenden. Auf diese konzentrieren wir uns im Budget am meisten.

Hosting

Der grundlegende wiederkehrende Posten. Gutes Shared Hosting kostet rund 3 bis 8 € pro Monat, ein VPS startet um 6 € und wächst mit der Leistung. Achten Sie vor allem auf den Unterschied zwischen Einführungs- und Verlängerungspreis — der Preis fürs erste Jahr lockt, aber langfristig gilt der Verlängerungspreis, der meist deutlich höher ist. Diesem Trick widmen wir uns im Artikel Vorsicht bei Einführungspreisen. Rechnen Sie immer mit dem Preis nach der Verlängerung.

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Die Domain

Eine Domain mieten Sie für ein Jahr. Eine .de kostet üblicherweise 5 bis 15 € pro Jahr, eine .com ähnlich. Auch hier gilt oft, dass das erste Jahr günstig oder gratis ist und Sie ab dem zweiten Jahr den vollen Preis zahlen. Prüfen Sie ihn daher im Voraus. Wenn Sie die Domain später zu einem anderen Verwalter umziehen, finden Sie die Anleitung im Artikel Domain zu einem anderen Registrar umziehen.

Eine Gratis-Domain hat einen Haken

Hosting mit einer „im ersten Jahr kostenlosen" Domain wirkt verlockend, aber die Domain ist nur zu Beginn gratis — ab dem zweiten Jahr zahlen Sie sie normal, oft teurer, als wenn Sie sie separat besorgt hätten. Manchmal ist sie zudem auf den Anbieter registriert, nicht auf Sie, was einen späteren Umzug erschwert. Prüfen Sie daher immer, auf wen die Domain registriert ist und was sie nach dem ersten Jahr kostet.

SSL-Zertifikat und E-Mails

Ein einfaches SSL-Zertifikat (Let's Encrypt) ist heute gratis und Teil anständigen Hostings — dafür müssen Sie in der Regel nicht zahlen. Ein kostenpflichtiges Zertifikat ergibt nur in speziellen Fällen Sinn, etwa bei größeren Firmen mit Premium-Garantie. E-Mail-Postfächer sind oft im Hosting inklusive, aber eine professionelle Lösung mit mehr Kapazität und besserem Spamschutz kann extra kosten.

Versteckte und unregelmäßige Posten

Genau diese Posten vergessen Menschen im Budget am häufigsten, und doch können sie die Jahreskosten spürbar erhöhen:

  • Theme oder Grafik — einmalig, aber Premium-Themes und -Plugins erneuern sich jährlich.
  • Kostenpflichtige Plugins und Lizenzen — viele WordPress- oder Shop-Funktionen werden als Jahresabo bezahlt.
  • Zusätzliche Backups — ein externer Backup-Dienst, falls der des Hostings nicht reicht (siehe wie oft eine Website sichern).
  • Entwicklung und Wartung — falls Sie die Website nicht selbst verwalten.
  • Leistung in Spitzen — bei einem Shop Zusatzkosten, um Black Friday und Weihnachten zu bewältigen.

Modellbeispiele

Eine einfache private Website lässt sich für rund 60 bis 120 € pro Jahr betreiben — Hosting um 50 €, Domain 12 €, SSL und E-Mails inklusive. Eine Firmenwebsite mit professionellen E-Mails und ein paar kostenpflichtigen Plugins erreicht leicht 200 bis 400 €. Ein Shop mit leistungsstärkerem Hosting, kostenpflichtigen Erweiterungen und Wartung liegt im niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr.

Nehmen Sie die Zahlen als Richtwert — es hängt vor allem davon ab, wie viel Arbeit Sie selbst erledigen und wie anspruchsvoll die Website ist. Dieselbe Website kann 100 oder 1.000 € pro Jahr kosten, je nachdem, ob Sie sie selbst verwalten oder alles über eine Agentur läuft. Bevor Sie nach dem Hosting-Preis entscheiden, zählen Sie lieber das ganze Bündel an Posten zusammen.

Zeit ist auch ein Kostenpunkt

Einen Posten vergessen Budgets fast immer: Ihre eigene Zeit. Günstigeres unmanaged Hosting oder ein VPS spart ein paar Euro im Monat, aber Wartung, Updates und Fehlerbehebung verschlingen Stunden, die Sie sonst Ihrem Geschäft widmen würden. Bei einem Hobbyblog macht das nichts — Zeit ist „gratis" und Sie lernen vieles. Bei einer Website, von der Sie leben, haben diese Stunden aber einen echten Wert und überwiegen oft die Ersparnis beim Hosting.

Es lohnt sich daher, die sogenannten Total Cost of Ownership zu rechnen, nicht nur die Preisliste. Wenn Sie zum Hosting-Preis die für die Verwaltung aufgewendete Zeit (oder die Kosten dafür, sie jemandem zu bezahlen) addieren, kann eine teurere, aber sorgenfreiere Lösung sich als günstiger erweisen. Dieselbe Logik behandeln wir bei Servern im Artikel Managed vs unmanaged VPS.

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Wie man nicht überzahlt

Der Schlüssel ist, nicht nur auf den Einführungspreis des Hostings zu schauen, sondern alle wiederkehrenden Posten mit ihren Verlängerungspreisen zusammenzuzählen und über einen Horizont von zwei bis drei Jahren zu betrachten. Ein günstiges erstes Jahr bedeutet nämlich oft teurere Folgejahre. Beim Vergleich von Tarifen rechnen Sie immer „was es über drei Jahre kostet", nicht „was ich jetzt zahle". So entlarven Sie am besten ein Angebot, das günstig aussieht, aber langfristig teuer wird.