Aus Hosting-Sicht ist ein Online-Shop anspruchsvoller als eine gewöhnliche Website. Jede Sekunde Ladezeit beeinflusst die Conversions, und jeder Ausfall bedeutet echte verlorene Bestellungen. Bei der Wahl des Hostings für einen Online-Shop gelten daher andere Regeln als bei einer einfachen Präsentation — was bei einem Blog durchgeht, sollte man bei einem Shop nicht unterschätzen.

Geschwindigkeit entscheidet über den Umsatz

Studien bestätigen immer wieder, dass eine langsame Website Kunden abschreckt — eine Verzögerung von einer Sekunde kann die Conversions um mehrere Prozent senken. Suchen Sie für einen Online-Shop ein Hosting mit NVMe-Festplatten, genügend RAM und Caching-Unterstützung. Bei Plattformen wie WooCommerce oder PrestaShop lohnen sich Redis oder OPcache zur Beschleunigung von Datenbankabfragen.

Warum ein Shop nicht vollständig gecacht werden kann

Eine gewöhnliche Seite wird vom Cache aus dem Speicher ausgeliefert, und der Server rechnet kaum etwas. Aber Warenkorb, Kasse und Kundenkonto müssen jedes Mal frisch sein, daher startet jeder solche Besuch PHP und eine Reihe von Datenbankabfragen. Genau diese dynamischen Seiten entscheiden, ob Ihr Hosting reicht. Die konkreten Parameter für einen Shop auf WordPress behandeln wir im Artikel Hosting für WooCommerce.

Bereiten Sie sich auf Spitzen vor

Der Traffic eines Shops ist nicht gleichmäßig. Vor Weihnachten, am Black Friday oder während Kampagnen können die Besuche um ein Vielfaches steigen. Cloud-Hosting oder ein VPS, mit dem Sie die Leistung schnell skalieren können, helfen Ihnen, den Ansturm ohne Ausfall zu bewältigen — und ein Ausfall am umsatzstärksten Tag ist der teuerste mögliche Fehler. Es lohnt sich, die Spitze im Voraus mit einem Lasttest zu simulieren, damit Sie Ihre Obergrenze vorher kennen.

Shared Hosting, VPS oder eine Plattform?

Ein kleinerer Shop mit ein paar Dutzend Produkten läuft gut auf gutem Shared Hosting mit Caching. Mit wachsendem Katalog und steigender Bestellzahl lohnt sich aber der Umstieg auf einen VPS mit garantierter Leistung; wann der Zeitpunkt da ist, beschreibt der Artikel Wie viel Traffic verträgt Shared Hosting. Und wenn Sie abwägen, ob Sie überhaupt eigenes Hosting brauchen oder zu einer gehosteten Plattform wie Shopify greifen, lesen Sie Eigener Online-Shop oder gehostete Plattform.

Sicherheit und Zertifikate

Ein Online-Shop verarbeitet personenbezogene Daten und Zahlungen, daher ist Sicherheit ein Muss. Ein kostenloses SSL-Zertifikat, regelmäßige automatische Backups und eine Firewall sollten selbstverständlich sein. Das Sicherheitsminimum fassen wir im Artikel SSL, Backups und 2FA zusammen; wie oft Sie sichern und die Wiederherstellung prüfen, behandeln wir in einer eigenen Anleitung. Bei einem Shop mit Bestellungen sind tägliche Backups mit schneller Wiederherstellung das Minimum.

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Bilder und ein CDN

Shops sind tendenziell bildlastig — jedes Produkt hat mehrere Fotos, und bei einem größeren Katalog summieren sich die Megabytes schnell. Ein Content Delivery Network (CDN) hilft, indem es statische Dateien von Servern nahe am Kunden ausliefert, dazu moderne Bildformate wie WebP. Die Website lädt schneller und der Hauptserver wird weniger belastet. Schnelle Bilder schätzen Sie vor allem mobil, wo heute die meisten Menschen einkaufen und wo selbst eine langsamere Verbindung entscheidet, ob ein Besucher auf das Produkt wartet.

Wie viel Leistung ein Shop braucht

Die Anforderungen eines Shops werden nicht nur von der Besucherzahl bestimmt, sondern vor allem von der Kataloggröße und der Zahl der Bestellungen. Ein paar Dutzend Produkte laufen auch auf anständigem Shared Hosting; ein sechsstelliger Katalog mit Bestellhistorie braucht schon dedizierte Leistung und eine gut eingestellte Datenbank. Wichtig ist, Reserven für Wachstum zu lassen — ein Shop, der funktioniert, neigt dazu, Produkte und Traffic zuzulegen, und ihn mitten in der Saison hastig umzuziehen ist kein Vergnügen. Wie viel Speicher zu wählen ist, hilft der Artikel Wie viel RAM braucht ein VPS für WordPress einzuschätzen.

Zahlung, Versand und weitere Integrationen

Ein Shop steht nicht allein auf dem Hosting — er bindet Zahlungsgateways, Versanddienstleister, Rechnungssysteme oder ein Lager an. Die meisten dieser Integrationen laufen über eine API, also die Kommunikation zwischen Systemen im Hintergrund, und stellen weitere Anforderungen an den Server. Es lohnt sich daher zu prüfen, dass das Hosting ausgehende Verbindungen bewältigt und keine aggressiven Limits hat, die Integrationen blockieren würden. Bei Zahlungsgateways gelten zudem strengere Sicherheitsregeln — ein Grund mehr, nicht an SSL, Updates und Backups zu sparen.

Auch die gewählte Plattform spielt eine Rolle. Eine eigene Lösung auf WooCommerce oder PrestaShop gibt Ihnen volle Freiheit, aber Hosting und Integrationen liegen bei Ihnen. Eine gehostete Plattform hat viele Integrationen fertig, dafür weniger Freiheit. Welcher Weg zu Ihrem Shop passt, behandeln wir im Artikel Eigener Online-Shop oder gehostete Plattform.

Verfügbarkeit und Support

Bei einem Shop sind eine Verfügbarkeitsgarantie (SLA) von 99,9 % oder höher und ein rund um die Uhr verfügbarer Support, idealerweise in Ihrer Sprache, entscheidend. Wenn der Bestellprozess am Samstagabend ausfällt, brauchen Sie sofort Hilfe. Achten Sie bei der Wahl daher nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Qualität und Geschwindigkeit des technischen Supports — und rechnen Sie mit den Gesamtkosten, nicht nur dem Einführungspreis, wie wir im Artikel Was kostet eine Website pro Jahr behandeln.

Bevor Sie einen Tarif wählen, testen Sie den Support vor dem Kauf — stellen Sie eine konkrete Frage und schauen Sie, wie schnell und gut geantwortet wird. Bei einem Shop, wo jede Stunde Ausfall Geld kostet, ist schneller, kompetenter Support genauso wichtig wie die Serverleistung selbst. Günstiges Hosting ohne Support und Garantien lohnt sich bei einem Shop, der Geld verdienen soll, schlicht nicht.