Früher oder später stehen Sie bei der Wahl des Hostings vor einer Entscheidung: bei Shared Hosting bleiben oder auf einen VPS umsteigen? Beide Varianten haben ihre Berechtigung, und die richtige Wahl hängt vor allem von der Größe Ihres Projekts ab und davon, wie viel Sie den Server selbst verwalten möchten. Gehen wir beide Möglichkeiten durch, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen.
Wie Shared Hosting funktioniert
Beim Shared Hosting teilen sich Dutzende bis Hunderte Websites einen physischen Server. Der Anbieter kümmert sich um die gesamte Verwaltung — Updates, Sicherheit und Backups. Sie erhalten Platz für Ihre Dateien und Datenbank und müssen sich um nichts weiter kümmern. Es ist der günstigste und einfachste Weg, eine Website online zu bringen.
Vor- und Nachteile
Der Hauptvorteil ist der niedrige Preis und der null Verwaltungsaufwand. Der Nachteil ist die geteilte Leistung — wenn ein Nachbar auf dem Server einen Traffic-Anstieg hat, kann das auch Ihre Website verlangsamen. Außerdem haben Sie keinen Root-Zugriff und sind durch das Angebot des Anbieters eingeschränkt. Für die meisten Blogs und Präsentationen spielt das aber lange überhaupt keine Rolle.
Was ein VPS bietet
Ein virtueller privater Server (VPS) reserviert Ihnen einen eigenen Teil eines Servers mit garantierter Leistung — Prozessor, Speicher und Festplattenplatz. Sie erhalten Root-Zugriff, können beliebige Software installieren und die Konfiguration genau an Ihre Bedürfnisse anpassen. Dafür tragen Sie aber die Verantwortung für Verwaltung und Absicherung.
Wie viel Leistung wählen
Bei einem VPS wählen Sie zum ersten Mal selbst, wie viel Prozessor, Speicher und Platz Sie wollen. Der häufigste Engpass ist dabei der Arbeitsspeicher — wie viel je nach Traffic und Plugin-Anzahl, behandeln wir im Artikel Wie viel RAM braucht ein VPS für WordPress. Der Vorteil ist, dass sich die Leistung bei den meisten Anbietern jederzeit aufstocken lässt, Sie müssen das Ideal also nicht gleich beim ersten Mal treffen.
Managed oder unmanaged?
Wenn Sie keine Erfahrung mit der Verwaltung von Linux haben, ziehen Sie einen Managed VPS in Betracht, bei dem der Anbieter die grundlegende Administration und Updates übernimmt. Ein unmanaged VPS ist günstiger, setzt aber voraus, dass Sie den Server selbst verwalten. Was die Verwaltung umfasst und für wen sich der Aufpreis lohnt, behandeln wir im Artikel Managed vs unmanaged VPS.
Der Vergleich in Kürze
Wenn Sie beide Varianten nebeneinanderstellen, ist der Unterschied klar. Shared Hosting gewinnt bei Preis, Einfachheit und null Serveraufwand — Sie zahlen wenig und kümmern sich um nichts. Ein VPS gewinnt bei Leistung, Kontrolle und Freiheit — Sie haben eigene Ressourcen und Root-Zugriff, tragen aber die Verantwortung für die Verwaltung. Es ist also keine Frage, was „besser" ist, sondern was zu Ihrer Situation passt.
Vereinfacht: je kleiner und einfacher die Website, desto eher Shared Hosting; je mehr Traffic, spezifische Anforderungen oder mehrere Projekte, desto eher ein VPS. Und dazwischen gibt es eine Grauzone — leistungsstärkere „Cloud"-Tarife, die höhere Limits bieten, ohne einen ganzen Server verwalten zu müssen. Für viele wachsende Websites sind sie der ideale Zwischenschritt.
Mit der Leistung sind Sie nicht allein
Ein wichtiger Unterschied liegt darin, wie sich die Leistung verhält. Beim Shared Hosting teilen Sie den Server mit anderen, daher kann die Lastspitze eines Nachbarn auch Sie verlangsamen. Bei einem VPS haben Sie dedizierte Ressourcen, an die niemand sonst rührt — was Sie vor allem bei einem Shop oder einer Anwendung schätzen, wo Sie vorhersehbare, stabile Leistung auch in der Spitze brauchen.
Was der Umstieg auf einen VPS bedeutet
Bevor Sie sich für einen VPS entscheiden, bedenken Sie, dass es nicht nur „stärkeres Hosting" ist. Mit Leistung und Kontrolle übernehmen Sie auch die Verantwortung für die Serververwaltung — Updates, Sicherheit, Backups und die Reaktion auf Ausfälle. Wenn Sie weder Zeit noch Lust dazu haben, gibt es eine Managed-Variante, bei der dies gegen Aufpreis der Anbieter übernimmt. Den Unterschied der beiden Ansätze behandeln wir im Artikel Managed vs unmanaged VPS.
Der Umzug der Website auf einen VPS selbst ist keine Wissenschaft — Sie müssen nur die Reihenfolge der Schritte einhalten und den neuen Server testen, bevor Sie Traffic darauf leiten. Den ganzen Ablauf ohne Ausfall beschreiben wir im Artikel Website-Migration Schritt für Schritt.
Wann auf einen VPS umsteigen
Bleiben Sie ruhig bei Shared Hosting, solange die Leistung ausreicht und Sie keine spezielle Software benötigen. Über einen Umstieg auf einen VPS sollten Sie nachdenken, sobald die Website wegen des Traffics langsamer wird, Sie eine eigene Serverkonfiguration brauchen oder mehrere Projekte betreiben, die Sie unter Kontrolle halten möchten. Die konkreten Signale, an denen Sie den Umstieg erkennen, finden Sie im Artikel Wie viel Traffic verträgt Shared Hosting.
Preislich beginnen VPS bei rund 6 € pro Monat — nur einen Schritt über besseren Shared-Tarifen. Bevor Sie aber nach der Preisliste entscheiden, rechnen Sie auch die für die Verwaltung aufgewendete Zeit und den Verlängerungspreis ein — einen Blick auf die Gesamtkosten bietet der Artikel Was kostet eine Website pro Jahr. Der Zwischenschritt ist oft ein leistungsstärkerer Shared-Tarif; erst wenn auch der nicht reicht, ergibt ein VPS Sinn.
Zusammengefasst: Shared Hosting ist ein toller Start und für einen großen Teil der Websites auch das Ziel. Heben Sie sich den VPS für den Moment auf, in dem Shared nicht mehr reicht oder Sie etwas brauchen, das es nicht ermöglicht. Es macht keinen Sinn, „zur Sicherheit" umzusteigen und sich die Last der Serververwaltung aufzubürden, bevor das Projekt es wirklich erfordert.